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Der Mann hinter der modernen KI: zum 91. Geburtstag von Valdimir Levenshtein

Yuri Svirid

Yuri Svirid, PhD. — CEO Silk Data

Heute, am 20. Mai 2026, wäre Vladimir Iosifovich Levenshtein 91 Jahre alt geworden.

Yuri Svirid, PhD. — CEO Silk Data

Yuri Svirid, PhD. — CEO Silk Data

Im November 1995 hatte ich das Privileg, fast einen ganzen Monat mit ihm in Norwegen zu verbringen, an der Universität Bergen — unter dem niedrigen Nordhimmel des Frühwinters, in langen Spaziergängen und Gesprächen über Mathematik, Codes, Menschen und die Zeit. Diese Wochen zähle ich bis heute zu den schönsten Schulen meines Lebens.

Vladimir Iosifovich gehörte zu jener seltenen Sorte von Wissenschaftlern, bei denen sich Gedankentiefe mit echter Bildung und geistiger Großzügigkeit verbindet: Er drängte nie, überwältigte nie mit Gelehrsamkeit, erklärte nie von oben herab — und doch konnte ein einziger präzise gesetzter Satz einen ganzen Horizont aufschließen. In vielerlei Hinsicht bleibt er mein Lehrer — in der Wissenschaft und in der Haltung zu ihr.

Unser Gastgeber war damals Professor Torleiv Kløve — mit dem wir beide zusammenarbeiteten, wenn auch zu unterschiedlichen Themen. Diesem Beitrag füge ich einige Fotografien aus jenen Bergener Tagen bei: Bis heute hatten sie nur wir drei gesehen — Vladimir Iosifovich, Torleiv (auf dem zweiten Foto in der Mitte) und ich. Dreißig Jahre lang lagen sie still in meinem Archiv, und heute, mitten im aktuellen KI-Boom, scheint mir der richtige Moment gekommen, sie zu teilen.

1965 führte Vladimir Iosifovich in einer kurzen Notiz in den Doklady der Akademie der Wissenschaften der UdSSR im Alter von 30 Jahren einen Begriff ein, der heute weltweit als Levenshtein-Distanz bekannt ist — die minimale Anzahl von Einfügungen, Löschungen und Ersetzungen von Symbolen, die nötig sind, um eine Zeichenkette in eine andere zu überführen. Die Idee ist beinahe durchsichtig, und genau deshalb fundamental. Ohne sie wäre die moderne Welt nicht denkbar: Rechtschreibprüfung und Autokorrektur, unscharfe Suche und approximative String-Vergleiche, Bioinformatik und DNA-Sequenzalignment, maschinelle Übersetzung und Spracherkennung, Datensatz-Deduplikation in Datenbanken, Ähnlichkeitsbewertung von Texten in großen Sprachmodellen (LLM) und in den RAG-Systemen der heutigen KI.

Es ist zutiefst bedauerlich, dass Vladimir Iosifovich die wohl wichtigste Anwendung seiner Idee — gerade in der KI — nicht mehr erleben durfte. Dennoch wurde ihm 2006 die IEEE Richard W. Hamming Medal verliehen — die höchste Auszeichnung der Informationstheorie — „für Beiträge zur Theorie fehlerkorrigierender Codes und zur Informationstheorie, einschließlich der Levenshtein-Distanz".

Und hinter allen Ehrungen stand ein bemerkenswert warmer, ironischer, zutiefst lebendiger Mensch.

In stillem Gedenken. Alles Gute zum Geburtstag, Vladimir Iosifovich.

Levenshtein in Bergen 1995 — seltenes Foto aus dem Archiv von Yuri SviridLevenshtein, Kløve und Svirid in Bergen 1995 — seltenes Foto aus dem Archiv von Yuri SviridYuri Svirid in Bergen 1995 — seltenes Foto aus dem Archiv von Yuri SviridLevenshtein in Bergen 1995 — seltenes Foto aus dem Archiv von Yuri SviridLevenshtein in Bergen 1995 — seltenes Foto aus dem Archiv von Yuri Sviridv,
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